Anders als die Küsten des Mittelmeeres sind die Gestade des "Gastfreundlichen Meeres", wie die Griechen das Schwarze Meer nannten, bei Touristen kaum gefragt. Dabei überraschen die grünen Ufer mit ihren bewaldeten Gebirgsketten...
Anders als die Küsten des Mittelmeeres sind die Gestade des "Gastfreundlichen Meeres", wie die Griechen das Schwarze Meer nannten, bei Touristen kaum gefragt. Dabei überraschen die grünen Ufer mit ihren bewaldeten Gebirgsketten, ihren verträumten Fischerhäfen und bezaubernden Holzhäusern jeden, der die Türkei lediglich als heißes, trockenes Land des Vorderen Orients kennt. Man mag sich bei dem Anblick der Tee-, Mais-, Tabak- und Haselnussplantagen, der dichten Laub- und Nadelwälder mit ihren sanften Flusstälern und der grünen Hochalmen sogar ein wenig wie in der Schweiz vorkommen. Hier lässt es sich wandern, baden und den Spuren der Geschichte folgen, auf die man allerorten stösst. Bereits die Sagen von den Argonauten und Amazonen berichten von den reichen Küstengebieten wie der Kolchis, später gründeten zahlreiche griechische Städte Kolonien, um den blühenden Schwarzmeerhandel zu kontrollieren. Unter den Byzantinern entstand hier das Kaiserreich Trapezunt, ehe die Region endgültig dem Osmanischen Reich einverleibt wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts schliesslich war Samsun Ausgangspunkt des türkischen Befreiungskrieges, der in der Abschaffung des Sultanats gipfelte.
Reiseverlauf:
1. Tag Anreise nach Ankara "Hos geldiniz" - Willkommen in der Türkei! Bereits auf dem Weg zu Ihrem Hotel können Sie einen ersten Eindruck vom modernen Ankara erhaschen. 2 Übernachtungen in Ankara
2. Tag Hauptstadt der Türkei Unseren ersten gemeinsamen Tag lassen wir gemütlich bei einer Stadtrundfahrt angehen. Früher kleine Provinzstadt, löste Ankara Istanbul als Hauptstadt der Türkei ab. Dadurch gewann Ankara nach Gründung der Republik nicht nur an Einwohnern, sondern wuchs mehr und mehr zu einer Metropole mit chiquen Glasbauten und reichem Kulturleben heran. Wir lernen jedoch auch das alte Viertel kennen, in dessen engen Gassen noch Traditionswerkstätten betrieben werden und das von der gut erhaltenen Zitadelle überragt wird, von der man einen wunderbaren Blick über die Stadt geniessen kann. Das weltweit berühmte Museum für Anatolische Zivilisationen bietet einen guten Einstieg in die Vergangenheit des Landes, und am Nachmittag besuchen wir das Mausoleum von Mustafa Kemal Atatürk.
3. Tag Die Kultur der Hethiter Am heutigen Tag widmen wir uns zunächst der gewaltigen Kocatepe Moschee mit unterirdischem Supermarkt (!), ehe wir in Richtung Sivas aufbrechen, in der Antike und dem Mittelalter ein wichtiger Handelsknotenpunkt. Unterwegs machen wir Halt in der Hethiterhauptstadt Hattuscha, die mit beeindruckenden Felsreliefs, Pyramiden und Toren aufwartet. Ein rekonstruierter Mauerabschnitt lässt den Besucher erahnen, wie mächtig das Zentrum des bronzezeitlichen hethitischen Staates einst gewesen war. Nach dem Rundgang durch das spektakuläre Ruinenfeld setzen wir unsere Reise nach Sivas fort, der "Stadt der Märtyrer". 1 Übernachtung
4. Tag Sivas und Tokat am Roten und am Grünen Fluss Bereits im 4. Jh. waren die Christen in Sivas Verfolgungen ausgesetzt; nachdem der Mongolenherrscher Timur Leng 1000 Jahre später die Stadt eroberte, wurden griechische wie armenische Christen getötet oder in die Sklaverei verkauft; und in den 1990er Jahren fanden viele alewitische Muslime bei einem Anschlag den Tod. Entgegen dieser traurigen Berühmtheit hat Sivas jedoch auch wahre Schönheiten zu bieten, die einen Besuch lohnenswert machen: das Portal der Doppelminarett-Medrese, die osmanische Kuppelmoschee Mehmet Pasa Camii sowie die Sifaiye Medrese, einst ein Krankenhauskomplex, in dessen Inneren sich die Türbe (Grabmal) des Stifters mit herrlichen Fayencen und ein ganzer Basar verbergen. Sehenswert sind auch die Ulu Cami, eine Pfeilerhallenmoschee, und die geknickte Brücke, die den Kizilirmak überspannt. Highlight ist unbestritten die Gök Medrese mit ihrem berühmten Eingangsportal - das wohl bedeutendste seldschukische Baudenkmal Anatoliens! Mit Sivas' Aufstieg verlor das reiche Tokat nach und nach an Bedeutung. Als wichtige Handelsstadt war es nacheinander in Hand der Byzantiner, Armenier, Seldschuken und Osmanen. Von dem einstigen Reichtum zeugen noch heute Bauwerke wie die Blaue Koranschule mit ihrem prächtigen Portal, der Hatuniye Komplex, die Karawanserei sowie weitere seldschukische Bauten. 1 Übernachtung in Tokat
5. Tag Entlang des Grünen Flusses Nach dem Frühstück streifen wir durch das alte Wohnviertel Bey Sokagi mit schön restaurierten Häusern und seiner originellen Fachwerkmoschee. Auf gar keinen Fall entgehen lassen werden wir uns das altosmanische Wohnhaus Latifoglu Konagi, in dem man noch originales Mobiliar aus dem 19. Jh. bewundern kann. Anschliessend verlassen wir Tokat und besuchen nach einem Zwischenstopp in der grossartigen Ballica Höhle (bei Pazar, schönste Höhle der Türkei! Farbenprächtig und mit Tropfsteinen!) Zile, das den Hethitern eine wichtige Grenzfestung gegen die plündernden Kaschkäer war. Hier war es, wo Gaius Julius Caesar nach seinem Blitzsieg über den pontischen König Pharnakes seinen berühmten Spruch "Veni, vidi, vici" in die Welt setzte. Wir besichtigen das römische Theater, die Felsgräber und die Boyaci Hasan Aga Moschee mit ihrer Stalaktiten-Gebetsnische. Weiter folgen wir dem Lauf des Yesilirmak nach Amasya, dem Geburtsort des antiken Geographen Strabon. 1 Übernachtung in Amasya
6. Tag Wunderschönes Amasya Amasya liegt malerisch am Fuss des Pontischen Gebirges und war bereits in hethitischer Zeit besiedelt. Einen ersten Überblick über die Provinzhauptstadt in dem engen Tal des Yesilirmak gewinnt man am besten von der Festung. Bemerkenswert ist Amasya für seine Altstadt, die Felsgräber unterhalb der Burg, die spätosmanischen Häuser entlang des Flusses, die seldschukische Gök Medrese, die Sultan Bayazit Moschee sowie die achteckige Büyük Aga Koranschule, in der mittlerweile wieder gelehrt wird. Über die Hafenstadt Samsun und das lagunendurchsetzte Delta des Kizilirmak - ein Paradies für Vögel aller Art - gelangen wir nach Sinop, das auf seiner Halbinsel eine führende Stellung unter den griechischen Schwarzmeerkolonien einnahm. 1 Übernachtung in Sinop
7. Tag Am Ufer des Schwarzen Meeres Ein berühmter Sohn Sinops war der Philosoph Diogenes in der Tonne. Doch von der damaligen Blütezeit künden allein die Reste des Serapistempel, während die mittelalterlichen Stadtmauern im alten Hafen noch heute den Wellen trotzen. Das kleine Städtchen Ayancik liegt inmitten eines Waldgebietes und verfügt über einen kilometerlangen Strand. Hier legen wir eine Badepause ein, ehe wir in Inebolu den anmutigen, alten Pontushäusern unsere Aufmerksamkeit schenken. Anschliessend kehren wir dem Meer den Rücken und staunen über die herrliche Waldmoschee in Kasabaköy, einem Dorf kurz vor unserem Übernachtungsort Kastamonu, von dessen gewaltiger byzantinischer Burg man eine schöne Aussicht geniessen kann. Bademöglichkeit! 1 Übernachtung in Kastamonu
8. Tag Safran, Tabak und Lokum Kastamonu glänzt mit Bauten wie dem 1262 errichteten, restaurierten Badehaus, der neunkuppeligen Moschee und dem Yakub Aga Stiftungskomplex, die sich alle um den Hauptplatz der Stadt gruppieren. 40 Säulen aus Holz tragen die Decke der Atabey Moschee, ein weiteres Highlight der Stadt. Doch wir entdecken nicht nur mittelalterliche, sondern auch antike Sehenswürdigkeiten wie die in Fels gehauenen phrygischen Grabstätten. Anschliessend fahren wir durch die fruchtbare Landschaft, die sich wunderbar zum Anbau von Tabak eignet, nach Safranbolu, das dank seiner intakten mittelalterlichen Atmosphäre ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurde. Die "Perle der pontischen Städte" erhielt ihren Namen durch die weiten Safranfelder, welche die Kleinstadt früher umgaben. Eine zeitgenössische Spezialität ist Lokum, der Türkische Honig. 1 Übernachtung in... Safranbolu
9. Tag Amasra Am Vormittag stehen die Schönheiten Amasras auf dem Programm. Wie Sinop war das einstige Amastris ursprünglich eine Kolonie Milets. Schon die damalige Herrscherin der Stadt, die Nichte des persischen Großkönigs, wollte hier nach babylonischem Vorbild Hängende Gärten anlegen lassen und auch heute ist das malerische Küstenstädtchen ein beliebter Erholungsort der Region. Danach kehren wir nach Ankara zurück, wo der Rest des Tages zur freien Verfügung steht. 1 Übernachtung in Ankara
10. Tag Güle güle Heute heisst es leider Abschiednehmen. Wir wünschen Ihnen "Iyi yolculuklar" - eine gute Reise - und sagen "Güle güle"... Lächelnd sollst du gehen...
Page Zusammenfassung: Unbekannte Schwarzmeerregion
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